2018-12-09    
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Magyar Jazzkutatási Társaság
1023 Budapest, Lukács utca 4.
Főszerkesztő:
Simon Géza Gábor
06-30/736-3358

Alapítva: 1995. január

2011 mérleg és közhasznúsági jelentés:
2011_merleg_khjel.pdf

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2006-09-16 • András Gerő
JAZZ IN DER ÖSTERREICH-UNGARISCHEN MONARCHIE

Die Österreich-Ungarische Monarchie trug um die letzte Jahrhundertwende und im frühen 20. Jahrhundert in nicht unerheblichem Ausmaß zur Bevölkerung der Vereinigten Staaten bei. Wir nennen dies Auswanderung.

Zur gleichen Zeit trat hierzulande etwas in Erscheinung, das erst als amerikanischer Import galt, doch in der Kultur der Monarchie genauso rasch Wurzeln schlug, wie die Auswanderer in den USA. Die Rede ist von Musikgattungen wie Ragtime, Cakewalk und Jazz im weitesten Sinn.

Beim Jazz handelte es sich nicht um eine politisch angehauchte Revolution, sondern um einen friedfertigen kulturellen Aufstand.

Die Auflehnung richtete sich gegen eine mitteleuropäische Spielart des Viktorianismus. Nun kann Mitteleuropa zwar nie und nimmer mit dem viktorianischen Großbritannien verglichen werden, war es doch immer ungleich verschlampter, doch bediente sich auch ein Franz Joseph schier ausschließlich der Wert- und Formenwelt des Traditionalismus. Der Jazz warf dieser Walzerwelt den Fehdehandschuh hin.

Der Jazz brachte eine neue, sich auch im öffentlichen Raum breit machende 'Körperpolitik' mit. Insbesondere mit Blick auf den weiblichen Körper legte er sich mit einer Kultur der Prüderie an und bedeutete gewissermaßen auch eine sexuelle Herausforderung, ging er doch mit der Mode eines kürzeren, aufgeschlitzten Rocks und einer erotischen Bewegungskultur einher. Der Jazz bedeutete eine Kriegserklärung an Mieder und Korsett.

Der Jazz drehte all das, was die Menschen bisher unter Kultur verstanden hatten, durch den Fleischwolf. Folklore wurde zu bürgerlicher Kultur, nur um später als Massenkultur erneut zu Folklore zu mutieren. Ausdrucksformen ländlichen Ursprungs wurden Bestandteil städtischer Kultur. Der Jazz bewegte sich - noch dazu erfolgreich - auf solchen Ebenen, die bislang von vielen für ungewöhnlich oder zumindest schwer vorstellbar gehalten wurden.

Mit seiner schieren Existenz trat der Jazz den Beweis an, dass ein Formen bewahrendes Weltbild mit einer Fülle persönlicher Freiheit zu vereinbaren ist. Der namhafte ungarische Schriftsteller Ernő Szép schrieb im Rückblick auf diese Epoche: „Mein Freund, es gab alles: Schönheit, Jugend, Liebe... nur haben wir's nicht gemerkt.”